Weihachten

Grafik: Fotolia_169035006_M.jpg©fotolia.de/Yvonne Weis

Die Adventszeit ist besinnlich, entspannt und einfach nur schön. Du verbringst sie mit Menschen, die du magst und die dir gut tun.

Ein Traum oder? :)

Wenn bei dir die Vorweihnachtszeit immer noch die stressigste Zeit im Jahr ist, und du zu Heiligabend das erste Mal aufatmest, wenn das Essen auf dem Tisch steht, fragst du dich manchmal, was du tust, um das langsam, aber sicher zu ändern? Kaufen, basteln, dekorieren und immer wieder drehen sich die Gedanken darum, nichts und niemanden zu vergessen. Soll das der Sinn von Weihnachten sein?

Wartest du, bis die Umstände sich ändern [der eine oder andere tot ist, du entlassen wirst, ein Haus frei wird etc.]? Dann wirst du gelebt und zwar auch, w e n n sich die Umstände geändert haben, dann setzt automatisch der nächste Umstand ein, der die nicht gefällt. Das ist eine Gesetzmäßigkeit. Schau hin, habe den Mut, etwas zum besseren für dich zu ändern. Auch abwarten ist eine Entscheidung, die du jeden Tag triffst.

Wer gibt uns denn vor, die [leidige ;)] Familie zu treffen, den ersten u n d zweiten Feiertag zu f e i e r n? Die Gesellschaft, die Medien, eine Tradition...? Wer gibt uns vor, einen Adventskalender zu kaufen? [Ja, die armen Kleinen haben ja sonst keine Freude... ;)] Wer gibt uns vor, am Nikolaus etwas in den Stiefel zu packen? [Die armen Kleinen werden sich in der Schule austauschen und mein Kind wird sagen: Ich hatte als einziger nichts im Stiefel.] Früher wurden die dafür wenigstens noch geputzt. :) Man könnte zum Elternstammtisch anklingen lassen, dass man es langsam, aber sicher abschaffen möchte und wird auf das eine oder andere offene Ohr stoßen.

An meiner Korkwand klebt dazu ein Foto mit Schafen, wo drauf steht: Wer der Herde folgt, läuft immer den Ärschen hinterher. Immer wieder passend, wie ich finde.

Viele flüchten in weite Ferne. Das ist auch eine Möglichkeit, der Sache zu entfliehen. Doch wenn es wirklich eine Flucht ist, macht uns auch nicht wirklich glücklich.

Ich feiere Heiligabend, aber keinen ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag.

Wie du vielleicht schon bemerkt hast, leben wir in einem Zeitenwandel. Eigentlich hat jeder schon verstanden, dass er sein Leben eigenverantwortlich lebt. Viele ignorieren oder verleugnen das sogar. Doch in der Tiefe seines Herzens weiß es jeder.

Du selbst bestimmst, mit wem und wie lange du deine Zeit verbringst, welchen Job du machst, wieviele Kinder du mit wem bekommst, wie du dich um deine Gesundheit kümmerst, wie du feste Feierst, über wen du dich ärgerst, wo, wie und mit wem du zusammenlebst, ob du Haustiere hast…

Ist nicht schlimm, wenn Umstände in dein Leben gekommen sind, die du nicht [mehr] möchtest. Das geht mehr oder weniger jedem so. Frage dich aber stets: Was tue ich, damit sich die Umstände für mich zum Positiven verändern?

Du könntest:

- immer wieder verkünden, dass du in dem Nikolaustag keinen Sinn siehst und deine Lieben trotzdem gern ihre Stiefel putzen dürfen

- langsam einführen, nur noch den Heiligabend mit deinen Lieben zu verbringen

- keinen Adventskalender mehr zu möchten [dafür fallen mir gleich hundert Gründe ein: "Umwelt" oder "Ich vergesse vor lauter Stress sowieso, die Türchen zu öffnen." oder "Wenn es keiner mit Bildchen ist, schaut doch mal, w a s da drin ist und was das ganze Zeug mit euch macht." ... :)]

- bestell dir Essen nach Hause oder koche zusammen mit Freunden [so wie wir in unserer Selbsthilfegruppe Donnerstags]

- schaff dir einen künstlichen Weihnachtsbaum an [auch aus Naturmaterialien wie Holz kann das eine sehr heimelige Wirkung haben]

- dekoriere sparsam, doch immer am gleichen Ort, sortiere aus, was du nicht benutzt und beschrifte den Karton

- delegiere Aufgaben an Familienmitglieder, hör´ auf, alles selbst und obendrein noch perfekt machen zu wollen

- jedes Jahr den gleichen Tag zum Plätzchenbacken einrichten [Bei mir ist es der Donnerstag vorm ersten Advent. Außerdem habe ich eine Plätzchentante, die mir wunderschöne Pfefferscheiben backt nach dem Rezept ihrer Großmutter. So eine gibt es garantiert auch in deiner Nähe.]

- e r w a r t e nicht Frieden und Harmonie, und glaube schon gar nicht, dass du dafür verantwortlich bist, denn: Sind die Erwartungen hoch, ist die Enttäuschung umso größer und der Streit ist programmiert

- wenn du dir selbst Stress machen willst - na gut - doch versuche, ihn nicht an den anderen auszulassen. ;)

Mach´ dir einen groben Plan. Vor allem mit dem, was du nicht mehr möchtest. Diese vielen Kleinigkeiten sind es ja gerade, die Stress erzeugen.
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Ich wünsche dir eine wunderschöne Adventszeit!

Deine Mathilda

kontakt@mathilda-kistritz.de