Gedanken & Gefühle

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Gedanken erzeugen Gefühle. Und Gefühle erschaffen deine Welt.

Die Ausgeschlafenen unter uns wissen schon lange, dass wir geatmet werden, unser Herzschlag und unsere Körperfunktionen gesteuert werden. Das tun wir nicht bewusst.

Die Tatsache, dass wir auch gedacht werden, ist noch nicht sehr verbreitet. Dein Denker ist unermüdlich beschäftigt. Schon mal über deine Gedanken nachgedacht?

Unterschwellig hat mich die Frage gelegentlich beschäftigt: Warum fühle ich mich nicht jeden Tag gut und friedvoll? Ich habe doch schließlich die freie Wahl. Ohne dass ich diese Frage jemals direkt formuliert habe.

Bewusstsein kannte ich nur, wenn ein Patient aus dem Koma erwacht ist.

Als unerwachtes Menschenkind ließ ich mich jahrzehntelang täglich und wie sich das als Frau gehört, auch nächtlich mit problembeladenen Zuständen von meinem persönlichen Denker – den ich seit meiner Bewusstwerdung Karl-Heinz getauft habe – unwillkürlich von meinem inneren Frieden abhalten.

Ich habe geglaubt, ich übernehme keine Verantwortung für mein Leben, wenn meine Gedanken nicht ordentlich sorgenvoll um die Zukunft kreisen oder wenn ich nicht wenigstens Schuldige aus der Vergangenheit für meinen jetzigen unzufriedenen Zustand benennen kann. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es nichts weiter als ein antrainierter Automatismus ist, der nur einen einzigen Zweck erfüllt:

Ich fühle mich schlecht.

Trotzdem bleibe ich mit Karl-Heinz befreundet, denn ich weiß, egal wogegen ich mich sträube: Es verstärkt sich dann. So ist das auch mit ihm.

Meine Cousine Helene, auch ein Mitglied meiner inoffiziellen Selbsthilfegruppe, meint dazu:

»Ja genau, in meinem tiefsten Inneren wusste ich: So will ich das nicht haben. Irgend etwas stimmt hier nicht. Aber damit befasse ich mich später, ich muss morgen schließlich früh raus. Der Schnorchel neben mir hat schon längst Fahrt aufgenommen und ich dumme Pute wälze mich todmüde und unruhig im Bett herum und werde gedacht. Der Göttergatte braucht ja an nichts zu denken, schliesslich manage ich hier den Laden.«

– Wenn ich also Karl-Heinz verscheuchen wollte, hat er sich umso stärker zu Wort gemeldet.

Jeden Tag lerne ich mehr und mehr, meine Gedanken zu steuern. Das ist nicht einfach und will immer wieder geübt werden. Zwei Tricks habe ich mir angewöhnt.

Erstens: Öfter mal am Tag aufmerksam zu sein und meine Gedanken zu beobachten. Das bin nicht ich, die da denkt. Das ist Karl-Heinz. Und der arbeitet mit erworbenen Mustern, die so gut wie nichts mit meinem wahren Selbst zu tun haben.

Und zweitens: unschöne Gedanken erst einmal zuzulassen, zu beobachten; dann kann ich sie in schöne verwandeln.

Der Traum jedes Buddhisten ist es, seine Gedanken zu lenken. Und meiner auch. Dafür will ich mich allerdings nicht den ganzen Tag hinsetzen. ;-)

Dann habe ich etwas entdeckt, dass mich sofort einschlafen lässt: Ich beobachte meinen Atem. In dem Moment, wo ich mehr als drei Atemzüge schaffe, ohne mich wieder in Gedanken zu verlieren, bin ich schon weg. :-)

Ich lächle und sage: »Karl-Heinz, schön dass du da bist, aber jetzt ruh dich mal schön aus, du hast jetzt Sendepause.« Dann konzentriere ich mich auf meinen Atem, wenn mir gerade kein schönes Bild einfallen will, dass mich mit Liebe und Dankbarkeit erfüllt. Das ist für mich die beste Einschlafhilfe und trainiert meine Bewusstwerdung.

Am Anfang habe ich achtzigtausendmal angefangen, weil ich immer wieder von Karl-Heinz gedacht wurde. Diese Gedankenverstrickung ist unglaublich. Immer wieder der gleiche Mist. Problembeladen eben. Was Schönes ist da nicht dabei. Dann habe ich angefangen, Gedanken an schöne Dinge zu üben. Du kannst auch ewig versuchen zu verstehen, warum du immer das gleiche denkst. Ebenso, wie du versuchen kannst, deine Träume zu deuten, das kann fruchten oder auch nicht. Ich verwende darauf erstmal keine Energie mehr, habe ich beschlossen. Ich bin ja auch schon siebenundsechzig.

Hab Vertrauen, dass alles so läuft, wie du es dir wünschst. Das erfordert stetige Übung, sag ich dir gleich. Und du wirst es tagsüber oft vergessen. Aber da du nichts zu verlieren hast und die Zeit sowieso vergeht, mach ein Spiel daraus. Gratulation, wenn du es ab und zu schaffst am Anfang. Es wird besser und besser.

In dem Moment, wo du deinen Atem beobachtest oder schöne Gedanken denkst, schwingt dein Geist auf einer höheren Frequenz. Damit kann Karl-Heinz nichts anfangen. Deshalb können sich in solchen Momenten auch keine Ängste oder schlechte Gefühle breitmachen. Je öfter du das schaffst, desto mehr Heiterkeit, Ruhe und schöne Dinge treten in dein Leben. Und – dein Körper fängt an, sich selbst zu heilen, wenn es etwas zu heilen gibt. Warum das funktioniert, weiss ich auch nicht so genau. Aber es funktioniert.

Durch konsequentes Üben im Beobachten meiner Gedanken und den bewussten Ausstieg, bedingungslose Selbstliebe und tiefe Dankbarkeit für mein Leben bin ich ein glücklicher Mensch. Und ich möchte all meine Mitmenschen glücklich sehen. [Ich hätte nicht gedacht, dass ich das jemals wirklich meine, doch es ist so.]

Das heisst nicht, dass mir das Leben nicht auch öfter einmal einen Lehrmeister vorbeischickt. Das kann eine unfreundliche Verkäuferin sein, ein verpasster Termin, ein Autofahrer, der mir die Vorfahrt nimmt … oder einfach ein Arschloch [Entschuldigung, aber dafür gibt es kein anderes Wort]. In solchen Momenten soll ich inneren Frieden üben. ;-)

Kurz und Knapp

Deine Gedanken erzeugen deine Gefühle. Gegen Gefühle können wir uns nicht wehren, aber das Spannende ist: Wir können bewußt Einfluss auf unsere Gedanken nehmen. Indem wir unsere Gedanken beobachten und verwandeln.

Wie wir über Ereignisse und Umstände in unserem Leben denken, egal ob sie in der Zukunft, der Vergangenheit oder im Jetzt stattfinden, bestimmen unsere Haltungen, Einstellungen und Gefühle darüber. Im Laufe unserer ganz eigenen Lebensgeschichte haben wir das wiederholt und trainiert. Und haben uns nie gefragt, warum wir so und so denken. Das ist für uns Normalität. Doch die Welt ist gerade am Erwachen.

Gute Gedanken erzeugen gute Gefühle. Und gute Gefühle ziehen gute Umstände in dein Leben. Deine Welt kann sich jederzeit zum Guten wenden. Wenn du bereit dazu bist.


Ich brenne darauf zu wissen, wie du bestimmte Situationen meisterst. Ich würde gern mit dir zusammen herausfinden, was in deinem Leben nicht stimmt, was du verbessern kannst. Natürlich ohne dass es wehtut.

Oder wie du es geschafft hast, aus einer Krise herauszukommen.

Mathilda

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